Wir brauchen einen echten Stresstest!

 
Foto: Blitze und Schnecken beim Stresstest

18.11.2011,  Landesbündnis JA zum Ausstieg

Der Verkehrsexperte Dr. Christoph Engelhardt, der an den Prämissengesprächen und der öffentlichen Stresstest-Präsentation beteiligt war, hat nach monatelanger akribischer Untersuchung nachgewiesen, dass die Bahn beim Stresstest gegen die eigenen Vorschriften verstoßen und Daten manipuliert hat. Der Stresstest könne nicht anerkannt werden, so Engelhardt, weil er so schwerwiegende Fehler enthalte. Der Münchner Verkehrsexperte fordert – ebenso wie Egon Hopfenzitz, langjähriger Vorsteher des Stuttgarter Hauptbahnhofs – einen neuen Stresstest durch eine geeignete Beraterfirma, die mit der Bahn keine Geschäftsbeziehung hat.

Hannes Rockenbauch, Stuttgarter Stadtrat SÖS und Sprecher des Landesbündnisses JA zum Ausstieg, kommentiert diese Auswertung verärgert: „Sollten sich diese Aussagen bestätigen, wäre das ein starkes Stück! Das würde bedeuten, dass die Bahn schon wieder mit gezielten Fehlinformationen die Meinung der Menschen zu manipulieren versucht hat.“ Der Landesbündnis-Sprecher sieht seine bisherigen Forderungen nach Transparenz bestätigt: „Wir brauchen einen echten Stresstest!“

Egon Hopfenzitz bemängelt am Stresstest, dass bei der Berechnung des Bahnhofs 24 Züge fehlten und Betriebsstörungen nicht berücksichtigt worden seien. Auch könne der geplante Durchgangsbahnhof – statt der behaupteten 49 ankommenden Züge in der morgendlichen Spitzenstunde – lediglich etwa 32 Züge bewältigen. Er kommt zu dem Schluss, dass die angegebene Betriebsqualität nach der Definition der Bahnrichtlinien nur das Ergebnis „risikobehaftet“ verdient habe. Die Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs sei minimal.

Sowohl Egon Hopfenzitz als auch Hannes Rockenbauch bekräftigen: „Die Kapazität des Tiefbahnhofs liegt erheblich unter der des bestehenden Kopfbahnhofs. Es gibt deshalb keinen vernünftigen Grund für über fünf Milliarden Euro einen Tiefbahnhof zu bauen.“

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