Guten Tag Herr Grube, auf ein Wort:

 
Foto: Egon Hopfensitz

19.11.2011,  Egon Hopfensitz

Guten Tag Herr Grube,

Christoph Engelhardt hat jetzt schwerwiegende Mängel des von Ihnen durchgeführten Stresstests und Manipulationen an den dabei verwendeten Daten nachgewiesen. Zudem konnte er umfangreiche Verstöße gegen Ihre eigenen Richtlinien belegen. So seien bei der Berechnung der Leistungsfähigkeit des geplanten Tunnelbahnhofs Betriebsstörungen nicht berücksichtigt worden. 24 Züge fehlten ganz. Fazit: Die gezeigte Betriebsqualität habe gemäß Bahnrichtlinien nur das Prädikat "risikobehaftet" verdient. Und die Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs sei geringer als behauptet: Statt angeblich 49 ankommenden Zügen in der morgendlichen Spitzenstunde könne der geplante Durchgangsbahnhof nur etwa 32 Züge bewältigen.

Der Stresstest, so Christoph Engelhardt, beinhalte so schwerwiegende Fehler, dass er nicht anerkannt werden könne. Der Experte aus München fordert deshalb, eine geeignete Beratungsfirma, die mit der Deutschen Bahn AG keine Geschäftsbeziehung hat, damit zu beauftragen, einen neuen Stresstest zu machen. Dieser Forderung kann ich mich nur anschließen.

Mein Fazit: Die Kapazität des Tiefbahnhofs liegt erheblich unter der des bestehenden Kopfbahnhofs. Es gibt deshalb nach wie vor keinen vernünftigen Grund für über fünf Milliarden Euro einen Tiefbahnhof zu bauen. Es sei denn, Stuttgart 21 ist vor allem ein Immobilien- und kein Eisenbahnprojekt.

Mit freundlichen Grüßen Egon Hopfenzitz
langjähriger Vorsteher des Stuttgarter Hauptbahnhofs

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