Werter Herr Hundt, auf ein Wort:

 
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17.11.2011,  Bernhard Löffler

Werter Herr Hundt,

wenn Arbeitgeber und Bahn AG zusammen mit politischen Verbündeten mit Millionenbeträgen mobil machen, ist Vorsicht geboten. Geht es Ihnen denn tatsächlich um Baden-Württemberg und "den Fortschritt im Land", wenn Sie in einem Kino-Spot für ein Nein beim Volksentscheid werben? Oder geht es Ihnen bei dieser 100.000-Euro-Investition nicht um pure Interessenspolitik? Stuttgart 21, das wissen Sie als langjähriger Arbeitgeber-Boss, verspricht schließlich Anlage-Möglichkeiten in Milliardenhöhe.

Deshalb hat der frühere Bahnchef Heinz Dürr, wie Sie einst Chef des Verbandes der Metallindustrie, Stuttgart 21 - zusammen mit einigen führenden CDU-Politikern - auf den Weg gebracht. Ein Immobilienprojekt mit einem Investitionsvolumen von über zehn Milliarden Euro. So hoch ist das Investitionsvolumen für die geplante neue City auf dem frei werdenden Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs. Klar, dass die Banken und die großen Immobilien- und Baukonzerne frohlockten. Dazu kommen die Milliarden an Steuergeldern, die für den Tiefbahnhof und die vielen Tunnelkilometer in Stuttgart vergraben werden sollen.

Geben Sie's doch zu Herr Hundt: Die Wirtschaft und die Banken wollen sich derartige Geschäftsaussichten nicht von selbstbewussten Bürgern vermiesen lassen.

Und erzählen Sie uns bitte nicht zum wiederholten Mal die Mär vom Jobmotor Stuttgart 21. Das IMU-Institut hat nachgewiesen, dass die tollen Versprechungen unter anderem auf einer falschen Zahl beruhen. Fazit des Gutachtens: Die dauerhaften Beschäftigungseffekte sind bei Stuttgart 21 ähnlich gering, wie die, die der Ausbau des Kopfbahnhofs zur Folge hätte.

Ihr Bernhard Löffler
Vorsitzender der DGB-Region Nord-Württemberg
und DGB-Vertreter im Landesbündnis JA zum Ausstieg

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